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Mit Musik Grenzen überwinden und Verbindung stiften“

Ein Musikprojekt von Schüler.Bilden.Zukunft in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, durchgeführt an der Gangolf-Grundschule Bamberg.

Mit dem Ziel Grundschülern mit Sprachbarrieren mehr Partizipation und Integration durch zusätzlichen Musikunterricht zu ermöglichen und zugleich Lehramtsstudierende auf ihren zukünftigen Beruf praxisnah vorzubereiten startete das insgesamt drei Module umfassende Musikprojekt mit 17 Studierenden im Wintersemester 2015/2016 mit Modul I im Rahmen eines Seminars am Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik.

Zu den Inhalten für die Studierenden gehörten in Modul I neben den Grundlagen der elementaren Musikpädagogik ebenso die Erstellung von Unterrichtsentwürfen sowie die Planung und Durchführung einer Abschlussveranstaltung mit den Schülern in den Räumen der Universität. Modul II bot jedem Studierenden die Möglichkeit eigene Unterrichtsentwürfe zu erarbeiteten, diese im Vorfeld mit dem Dozenten kritisch zu besprechen, um sie dann mit drei unterschiedlichen Klassen durchzuführen. Zur Qualitätssicherung wurde im Anschluss an die drei Lehreinheiten jeder Studierende durch den Dozenten supervidiert. In Modul III konnten sich die Studierenden in noch größerer Eigenverantwortung der Planung und Durchführung des Lehrprozesses stellen. Selbständig entwickelte jeder Studierende sowohl eine Basis- als auch eine Intensivierungsstunde, die wiederum in den drei Klassen abgehalten und ebenfalls supervidiert wurden.

96 Kinder aus vier verschiedenen Klassen und 14 Nationen musizierten und tanzten im Klassenverband bei einem intensiven und methodisch vielfältigen Musikunterricht. Sowohl die Kinder als auch die Studierenden waren stets mit viel Freude und großem Eifer dabei. Besondere Begeisterung entstand bei den Kindern beim aktiven Musizieren mit den teilweise unbekannten Instrumenten sowie den vielfältigen, ungewohnten und herausfordernden Aufgabenstellungen, wie der Gestaltung eigener Instrumente oder der Vertonung eines Zeichentrickfilms. Über den gesamten Projektverlauf, wurde sowohl mit eng gestellten als auch sehr offenen Aufgabenstellungen gearbeitet, sodass die Kinder stark mitbestimmen und nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten konnten. Die zahlreichen handlungsorientierten und bewegungsintensiven Lerninhalte wie Bodypercussion, Tanz, Musizieren auf dem Cajon kamen dem kindlichen Bedürfnis nach Bewegung sehr entgegen. Darüber hinaus schulten die Kinder ihr Gehör, ihre Singstimme und auch ihr Rhythmusgefühl. Indem sie im Klassenverband oder in Kleingruppen verschiedene Herausforderungen meisterten, haben alle Kinder sowohl ihre ganz persönliche und künstlerische Ausdrucksfähigkeit, als auch ihre soziale Handlungskompetenz erweitert und verbessert.

„Ich dachte ich kann das nicht, aber dann hab ich´s doch gemacht“ (türkische Schülerin an der Abschlussveranstaltung von Modul I).

Die Rückmeldungen der Lehrkräfte fielen durchweg positiv aus und bestätigten einen klaren Mehrwert sowohl für die Schüler und Schülerinnen als auch für den Unterricht der Lehrkräfte:

„Die Kinder behalten sehr viel; die Themen werden im weiteren Unterrichtsalltag wieder aufgegriffen und weiter getragen z. B. das haben wir das Lied an der Weihnachtsfeier wieder aufgeführt“ (Zitat einer Lehrkraft im Anschluss an Modul III).

„Musikunterricht findet so im Alltag nicht statt – ein zu hoher Aufwand! Das Projekt ermöglicht eine Vertiefung von Musikunterricht an der Schule“ (Zitat einer Lehrkraft im Anschluss an Modul III).

Da das Projekt im Rahmen des Musikunterrichts in den Unterrichtsalltag integriert wurde, waren die Klassenlehrerinnen stets anwesend und nutzten die Unterrichtsstunden für Schülerbeobachtungen unter einem neuen Blickwinkel. Diese positiven Beobachtungen flossen teilweise auch in die Zeugnisbemerkungen ein.

„Als Lehrer konnte man seine Schüler mal von einer anderen Seite beobachten“ (Aussage einer Lehrkraft im Anschluss an Modul II).

Den Studierenden ermöglichte das Projekt eine intensive Praxiserfahrung. Sie wurden engmaschig durch die Dozenten betreut und konnten Unterrichtsbeobachtungen besprechen, auswerten, verbessern und Sicherheit gewinnen. Wir erhielten ausschließlich Rückmeldungen, wie äußerst gewinnbringend das Projekt für die persönliche und berufliche Entwicklung der Studierenden erlebt wurde und sie die Teilnahme ihren Kommilitonen unbedingt empfehlen. „Mit Musik Grenzen überwinden und Verbindung stiften“ half den angehenden Lehrerinnen und Lehrern sich auf diese veränderte Schulwirklichkeit vorbereiten, ihre Berührungsängste abzubauen das nötige Rüstzeug für den Lehreralltag zu erwerben. Auch stärkte es die Studierenden im Hinblick auf ihre Arbeit in heterogenen Klassen. Sie fühlten sich nach dem Seminar besser gewappnet für ihr Berufsleben und betrachteten die Kinder mit geringen Deutschkenntnissen als Bereicherung für den Unterricht.

„Tolles Projekt, wenn Studierende in die Praxis schnuppern und Praxiserfahrung sammeln können. Gerade weil es drei aufeinander folgende Unterrichtsstunden sind, kann ein guter Praxiseinblick gewonnen und den Kindern ein tolles musikalisches Gemeinschaftserlebnis ohne Sprache vermittelt werden“ (Aussage eines Studenten im Anschluss an Modul II).

„Das Modell der Kooperation zwischen Studierenden und einer Schule mit Schülern mit Migrationshintergrund bietet tolle interkulturelle Begegnungen. Ich halte es für sinnvoll und notwendig“ (Aussage eines Studenten im Anschluss an Modul II).

„Das Konzept Studierende/Schulerfahrung sammeln ist sehr sinnvoll, da die Praxis im Studium häufig zu kurz kommt. Danke für die tolle Erfahrung und die Reflexion“ (Aussage eines Studenten im Anschluss an Modul III).

„Es wird einem ermöglicht, tolle Erfahrungen zu sammeln und sehr viel für den Beruf mitzunehmen, zu verbessern und zu lernen“ (Aussage eines Studenten im Anschluss an Modul III).

Die Förderung ihrer Musikalität und Kreativität eröffnete den Kindern mehr Teilhabe an kulturellem Leben, Partizipation und Integration. Aufgrund der vielen sprachfreien Inhalte des Projektes, konnten sich die Kinder mit geringen Deutschkenntnissen ebenso gut wie deutsche Muttersprachler einbringen. Viele Schüler der Gangolfschule kommen entweder aus bildungsfernen Elternhäusern in denen das Musizieren einen geringen Stellenwert einnimmt. Gerade für diese Kinder war das Projekt ein besonders bereicherndes und beglückendes Erlebnis. Das gemeinsame aktive Musizieren und die integrative Kraft der Musik wirkten sich zudem sehr positiv auf die Klassengemeinschaft aus.

"Alle konnten mitmachen, alle haben gemeinsam Musik gemacht, alle haben gemeinsam Spaß gehabt. Es hat heute keine Rolle mehr gespielt, kannst du deutsch, kannst du nicht deutsch, bist du Moslem, bist du Christ … sondern wir haben alle zusammen etwas gemacht und zusammen etwas gelernt“ (Aussage der Lehrkraft im Anschluss an die Abschlussveranstaltung).

„Dass die Studenten mit den Schülern gemeinsam auf der Bühne waren war im Grunde intergeneratives Arbeiten. Die Kinder haben von den Erwachsenen profitiert, aber auch die Erwachsenen von den Kindern“ (Zitat, Hauptdozent Michael Forster).

Um für die Nachhaltigkeit des Projektes und die Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse seitens der Lehrkräfte in den eigenen Unterricht zu sichern, wurden die verwendeten Stundenbilder und Liedzettel den Lehrkräften zur weiteren Nutzung zur Verfügung gestellt, so dass auch in Zukunft an das Projekt angeknüpft werden kann. Das Musikprojekt wurde am 2. März 2016 durch Prof. Dr. Hörmann im Bayrischen Landtag bei einer Informationsveranstaltung des Bayerischen Musikrats zum Thema „Integration mit Musik“ als eines von sieben Best-Practice-Projekten vorgestellt, sowie am 25. Juli 2016 an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen durch Prof. Dr. Hörmann und unserem Dozenten Michael Forster bei einer Weiterqualifizierung für Fachberater für Musik an Grundschulen.

Die Anfragen aller Bamberger Grundschulen das Projekt im nächsten Schuljahr an ihrer Schule umzusetzen, verdeutlichten den Bedarf und Erfolg des ersten Projektzyklus´.

Wir danken der Hans Thomann-Stiftung ganz herzlich für die Spende der benötigten Instrumente.

Don Bosco Jugendwerk

Don Bosco Jugendwerk

Don Bosco Jugendwerk

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